Ellen Gorlow

Ellen Marjorie Gorlow wurde in New York, USA, als Tochter jüdischer Eltern geboren. Ihr Vater, Leon Gorlow, war Psychologie-Professor an der Penn State University in State College, Pennsylvania. Ihre Mutter, Aviva Gorlow, führte den Souvenirladen im Museum der Universität. Beide sind leider bereits an Krebs gestorben. Auch ihr älterer Bruder Richard ist einer Krebserkrankung erlegen. Ihr jüngerer Bruder John arbeitet als Finanzmakler in Kalifornien, ihre jüngere Schwester Nancy ist Architektin in New York.

Ellen hat zunächst Kunst studiert, gemalt und unter anderem in einem Verlag bei der Gestaltung von Büchern mitgearbeitet. Sie hat später noch einen Abschluss in Computerwissenschaften erlangt und für verschiedene Software-Firmen gearbeitet. Ihre künstlerische Ader soll auch in das neue Hospiz einfließen. Es ist geplant, eine kleine Galerie einzurichten. Mit dem Erlös aus dem Verkauf einzelner Werke soll auch die Arbeit des Vereins unterstützt werden.

1995 kam Ellen nach Freiberg. Im Sommer zuvor hatte sie ihren späteren Ehemann, Steffen Jankowski, kennen gelernt - auf einer Radtour durch die USA. In Deutschland lernte sie zuerst die Bürokratie von Ausländerbehörde und Arbeitsamt kennen. Es gelang ihr mit Hilfe des schnell wachsenden Freundeskreises jedoch trotzdem, Arbeit zu finden. So war sie unter anderem für die TU Bergakademie Freiberg und die Chemnitzer Software-Firma Viasoft tätig.

Schon bald nach der Hochzeit im Jahre 1999 war leider auch bei Ellen Krebs festgestellt worden. Sie hat sich deshalb aber nicht zurückgezogen, sondern sich weiterhin auch für andere eingesetzt. So hat sie beispielsweise entschieden gegen den Einmarsch der US-Truppen im Irak protestiert. Am 15. August 2006 ist Ellen auf der Palliativstation des Klinikums München-Großhadern verstorben.

Schon bald darauf kam der Kontakt zwischen den Hinterbliebenen und dem Oederaner Verein Hospiz- und Palliativdienst BEGLEITENDE HÄNDE e.V. zu Stande. Familie und Freunde von Ellen sind begeistert von der Idee, ein stationäres Hospiz zu bauen und unterstützen diese auch finanziell. Sie wissen, wie hilfreich eine fachkundige und einfühlsame Pflege sowohl für den Schwerkranken als auch dessen Angehörige ist. Besonders wichtig ist Ihnen, dass der Verein alles dafür tun wird, die persönliche Würde des Menschen zu wahren, auch wenn sich dessen Leben zu Ende neigt. Das Oederaner Projekt gefällt ihnen auch wegen seiner Lage und Gestaltung – Balkon und Park laden zum Aufenthalt im Freien ein. Ellens Schwester Nancy freut sich über die Küche, die allen zugänglich sein wird. Bei einem Besuch in Großhadern hatte sie in der dortigen Küche Muffins für ihre Schwester gebacken und ihr damit eine große Freude gemacht.

Ellen hat die so genannte Schustervilla selbst noch gesehen und bedauert, dass so ein schönes Gebäude verfällt. Es würde sie froh und glücklich machen, wenn sie sehen könnte, dass das Haus jetzt saniert wird und sogar ihren Namen erhält. Allein bei dem Namen soll es aber nicht bleiben – ihre Lebensmaxime, dass jeder Mensch selbst über seinen Körper entscheidet, ist ein Leitbild für die Arbeit des Vereins.